Rio hat schon lange mit den Vorbereitungen für die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Sommerspiele 2016 begonnen. Darunter zu leiden haben die Bewohner der Armensiedlungen -- und ein Protestcamp indigener Brasilianer.
Bei kulturellen oder sportlichen Großereignissen spielt man gerne heile Welt. In Salzburg werden Bettler und Obdachlose aus dem Stadtzentrum vertrieben, in Brasilien sollen es Hunderttausende Bewohner urbaner Armenviertel, der Favelas, sein. Wo immer sie der Zurschaustellung von Wohlstand, Ordnung und touristischer Schönheit im Wege stehen, sollen die Favelas weichen. Und damit der selbstgeschaffene Lebensraum ihrer Bewohner.
Zweifelsohne zum Verzweifeln
politisches und persönliches von Peter Gründler
Samstag, 20. April 2013
Freitag, 22. März 2013
Die letzte Nacht
Ist es schon Morgen? Nein - es ist noch finster. Ich bin doch
gerade erst eingeschlafen! Warum läutet das Handy?
Verwirrt und benommen steige ich aus dem Bett und tappe ins
Wohnzimmer. Wo liegt das Handy? Da...
"Wagner?"
"Herr Wagner? Gendarmerie Lanzendorf. Können Sie herkommen? Mit
dem Vater ist was passiert."
Nach einigen verwirrten Sekunden frage ich: "Wie spät ist es?
Donnerstag, 28. Februar 2013
Wien ist gegen Privatisierungen - und will trotzdem weiterprivatisieren
Zwei einander widersprechende
Fragen (3 und 4) bei der Wiener Volksbefragung 2013 befassen sich mit
der Privatisierung. Die Wiener SPÖ war dabei schon immer sehr
kreativ
Wir privatisieren nicht...
Die Fragen 3 und 4 der Volksbefragung 2013 – die im Übrigen wie alle Volksbefragungen in Österreich keineswegs bindend ist, wie die SPÖ und die Grünen das darstellen wollen – bergen viel politischen Sprengstoff und lassen dringende Zweifel an der Redlichkeit der Rathaus-Granden aufkommen – so das nicht ohnehin nicht schon längst geschehen ist.Mittwoch, 14. März 2012
Randexistenz
Früher habe ich mich manchmal gefragt, wie Menschen, über die ich in Berichten über Armut, Obdachlosigkeit, den unbeachteten "Rand der Gesellschaft" las, sich selbst so hatten aufgeben können. Immer wieder war da auch die Rede von ehemaligen Lehrern, Akademikern, erfahrenen Facharbeitern. Was hatte sie dorthin gebracht, wohin sie nun in aller Offensichtlichkeit gekommen waren? Warum hatte sie niemand bei der Hand genommen und ihnen wieder auf die Beine geholfen? Warum vor allem hatten sie nicht gekämpft? Was hatte sie dazu gebracht, damit aufzuhören?
Mittlerweile stelle ich mir diese Fragen nicht mehr. Oder besser: Ich habe einige der Antworten gefunden. Nun, da ich selbst an der Grenze stehe. Nun, da ich versucht bin, den Dingen ihren Lauf zu lassen, zu warten, was da kommt, mir die eigene Kraftlosigkeit einzugestehen und sie zuzulassen. Aufzugeben.
Mittlerweile stelle ich mir diese Fragen nicht mehr. Oder besser: Ich habe einige der Antworten gefunden. Nun, da ich selbst an der Grenze stehe. Nun, da ich versucht bin, den Dingen ihren Lauf zu lassen, zu warten, was da kommt, mir die eigene Kraftlosigkeit einzugestehen und sie zuzulassen. Aufzugeben.
Montag, 13. Februar 2012
Der untote Sieger - eine Polemik
Clean and easy. Ich habe mich mit dem neoliberalen Moloch ins Bett gelegt und ich bin unter ihm erstickt. Dennoch fühle ich mich erleichtert. Keine Angst mehr, denn ich weiß jetzt, wo der Weg hinführt.
Ich bin ein EPU (Ein-Personen-Unternehmen). Beziehungsweise: bald werde ich einer gewesen sein. Ich biete eine hochqualifizierte Spezialdienstleistung für Unternehmen einer sehr reichen Branche an. Mit vielen sehr reichen, reichen oder zumindest wohlhabenden Shareholders. Mit vielen zigtausenden Mitarbeitern in aller Welt. Jeder einzelne von ihnen wird - wie Millionen anderer Mitarbeiter großer weltweit agierender Unternehmen - in den letzten zehn Jahren zunehmend in Lohnsklaverei genommen. Ausgebeutet, ausgepresst, weggeworfen. Ersetzt durch jüngere, billigere. Im nächsten Job, wenn sie einen finden, werden sie es auch "billiger geben" müssen. Geht's Ihnen vielleicht auch gerade so?
Ach, komisch - die Betriebsergebnisse sind jahrelang hintereinander gestiegen. Auch in "der Krise". Ach komisch - die Mitarbeiterzahlen sind gesunken. Die Abgaben sind dank Schüssel I + II nicht gestiegen. Die Kosten der Arbeitslosen zahlen jetzt die, die noch einen Job haben. Es reicht trotzdem nicht. Aber ja, Spar.Paket 1.0. Wer zahlt? Die Shareholder? Nö. Die großen Unternehmen? Ach geh.
Nun ja, zurück zu mir. Mein größter Kunde, mit einem großen Anteil an meinem Gesamtumsatz (nebenbei sei gesagt: kein 13., kein 14., Urlaub unbezahlt, also mit 11 Monatsgehältern ins Äquivalent zu nehmen. Krankengeld auch nicht), dieser Riese seiner Branche hat also von der Konzernleitung, also: von den Shareholdern, jenen, die mit dem Leid der Menschen gefüttert werden, jetzt den Auftrag bekommen: Überall die Billigstbieter.
Qualität? Ist im Entscheidungsprozess nicht mehr enthalten. Nicht.mehr.enthalten. Qualität. Kostet Geld. Heißt es immer. Also was ist die logische Folge: Ist nicht mehr im Entscheidungsprozess enthalten. Wird nicht mehr bezahlt. Und nicht geliefert. Weil nicht bestellt. Weitere Folge: Die Besten der Branche gehen in Konkurs. Lauter EPUs und Kleinstunternehmen. Europaweit. Werden von den Lohnsklaven (merke: nicht von den Shareholdern. NICHT!) der Moloche miterhalten. Die wieder mehr und immer noch mehr immer schneller arbeiten müssen. Weitere Folge *davon*? Scheidungen. Alkoholismus. Burn-Out (halbes Jahr Krankenstand. Verursacht, aber NICHT bezahlt von den Molochen oder deren Shareholdern). Suizid. Unbezahltes Leid der Angehörigen.
Schlimm für wenige? Schlimm für alle. Beispiel Griechenland. Weil das geht ja nicht nur mit Menschen, das geht mit ganzen Ländern so. Aussaugen zuerst (Banken mit ihren Zuarbeitern, den Rating-Agenturen). Dann niederprügeln (Andere Länder unter der Peitsche der ganz großen. äh. Banken. Etc.). Dann auf sie eintreten (jaja). Und schließlich doch wegwerfen und den nächsten vornehmen.
Ja und die untersten der Kette haben dann auch kein Geld mehr und kaufen nur mehr das billigste und... ja wissen wir. Geht seit 30 Jahren so. Immer schneller. Das schwarze Loch.
Die Regierungen regieren nicht. Die faktische Gesetzesmacht haben sie nicht mehr. Sie stehen unter der Knute der... genau. Moment - waren nicht die meisten Banken ehedem verstaatlicht? Systembanken? Achsoja: mehr privat, weniger Staat. Guter Slogan, Herr Schüssel. Sie merken nichts von den Folgen. Noch. Noch scheint es, als habe der totgesagte Neoliberalismus vorerst gewonnen. Untot.
"Ja, aber die faulen Kredite steigen und... die Shareholder... Sie wissen."
Die faulen Kredite steigen? Na klar, wolltet ihr ja so! Habt ihr ja selbst gemacht, mit einem eurer anderen acht Köpfe! Nachzuschlagen unter Hydra!
Hier schließt sich also der Kreis. Und an jedem einzelnen Punkt haben WIR bezahlt. "We are the 99%" hieß der Slogan der 'Occupy'-Bewegung. Wohin das führt? Sehen wir in Griechenland. Haben wir bei den Bauernkriegen gesehen. Letztlich auch 1934. Auch wenn's da ursprünglich um Politik ging. Letztlich dann aber auch ums nackte Überleben.
Und ich? Anfang der 50, schon lange geschieden, Wohnung noch nicht fertig bezahlt, jaja, der Franken, unvermittelbar, höchstqualifiziert, per Serien-e-Mail aufgefordert, sich an einer Auktion zu beteiligen - versteigert wird ein Auftrag, zwei Drittel des Umsatzes weg, ein paar andere wollen ja auch leben, kaum ersetzbar in dem engen Markt, heißt: rasch agieren, zusperren, weil sonst: Privatkonkurs. EPU halt. 27 Wochen Arbeitslosengeld, von früher her. Und dann? Ich habe keine Angst mehr, denn ich weiß jetzt, wohin der Weg führt.
Ich bin ein EPU (Ein-Personen-Unternehmen). Beziehungsweise: bald werde ich einer gewesen sein. Ich biete eine hochqualifizierte Spezialdienstleistung für Unternehmen einer sehr reichen Branche an. Mit vielen sehr reichen, reichen oder zumindest wohlhabenden Shareholders. Mit vielen zigtausenden Mitarbeitern in aller Welt. Jeder einzelne von ihnen wird - wie Millionen anderer Mitarbeiter großer weltweit agierender Unternehmen - in den letzten zehn Jahren zunehmend in Lohnsklaverei genommen. Ausgebeutet, ausgepresst, weggeworfen. Ersetzt durch jüngere, billigere. Im nächsten Job, wenn sie einen finden, werden sie es auch "billiger geben" müssen. Geht's Ihnen vielleicht auch gerade so?
Ach, komisch - die Betriebsergebnisse sind jahrelang hintereinander gestiegen. Auch in "der Krise". Ach komisch - die Mitarbeiterzahlen sind gesunken. Die Abgaben sind dank Schüssel I + II nicht gestiegen. Die Kosten der Arbeitslosen zahlen jetzt die, die noch einen Job haben. Es reicht trotzdem nicht. Aber ja, Spar.Paket 1.0. Wer zahlt? Die Shareholder? Nö. Die großen Unternehmen? Ach geh.
Nun ja, zurück zu mir. Mein größter Kunde, mit einem großen Anteil an meinem Gesamtumsatz (nebenbei sei gesagt: kein 13., kein 14., Urlaub unbezahlt, also mit 11 Monatsgehältern ins Äquivalent zu nehmen. Krankengeld auch nicht), dieser Riese seiner Branche hat also von der Konzernleitung, also: von den Shareholdern, jenen, die mit dem Leid der Menschen gefüttert werden, jetzt den Auftrag bekommen: Überall die Billigstbieter.
Qualität? Ist im Entscheidungsprozess nicht mehr enthalten. Nicht.mehr.enthalten. Qualität. Kostet Geld. Heißt es immer. Also was ist die logische Folge: Ist nicht mehr im Entscheidungsprozess enthalten. Wird nicht mehr bezahlt. Und nicht geliefert. Weil nicht bestellt. Weitere Folge: Die Besten der Branche gehen in Konkurs. Lauter EPUs und Kleinstunternehmen. Europaweit. Werden von den Lohnsklaven (merke: nicht von den Shareholdern. NICHT!) der Moloche miterhalten. Die wieder mehr und immer noch mehr immer schneller arbeiten müssen. Weitere Folge *davon*? Scheidungen. Alkoholismus. Burn-Out (halbes Jahr Krankenstand. Verursacht, aber NICHT bezahlt von den Molochen oder deren Shareholdern). Suizid. Unbezahltes Leid der Angehörigen.
Schlimm für wenige? Schlimm für alle. Beispiel Griechenland. Weil das geht ja nicht nur mit Menschen, das geht mit ganzen Ländern so. Aussaugen zuerst (Banken mit ihren Zuarbeitern, den Rating-Agenturen). Dann niederprügeln (Andere Länder unter der Peitsche der ganz großen. äh. Banken. Etc.). Dann auf sie eintreten (jaja). Und schließlich doch wegwerfen und den nächsten vornehmen.
Ja und die untersten der Kette haben dann auch kein Geld mehr und kaufen nur mehr das billigste und... ja wissen wir. Geht seit 30 Jahren so. Immer schneller. Das schwarze Loch.
Die Regierungen regieren nicht. Die faktische Gesetzesmacht haben sie nicht mehr. Sie stehen unter der Knute der... genau. Moment - waren nicht die meisten Banken ehedem verstaatlicht? Systembanken? Achsoja: mehr privat, weniger Staat. Guter Slogan, Herr Schüssel. Sie merken nichts von den Folgen. Noch. Noch scheint es, als habe der totgesagte Neoliberalismus vorerst gewonnen. Untot.
"Ja, aber die faulen Kredite steigen und... die Shareholder... Sie wissen."
Die faulen Kredite steigen? Na klar, wolltet ihr ja so! Habt ihr ja selbst gemacht, mit einem eurer anderen acht Köpfe! Nachzuschlagen unter Hydra!
Hier schließt sich also der Kreis. Und an jedem einzelnen Punkt haben WIR bezahlt. "We are the 99%" hieß der Slogan der 'Occupy'-Bewegung. Wohin das führt? Sehen wir in Griechenland. Haben wir bei den Bauernkriegen gesehen. Letztlich auch 1934. Auch wenn's da ursprünglich um Politik ging. Letztlich dann aber auch ums nackte Überleben.
Und ich? Anfang der 50, schon lange geschieden, Wohnung noch nicht fertig bezahlt, jaja, der Franken, unvermittelbar, höchstqualifiziert, per Serien-e-Mail aufgefordert, sich an einer Auktion zu beteiligen - versteigert wird ein Auftrag, zwei Drittel des Umsatzes weg, ein paar andere wollen ja auch leben, kaum ersetzbar in dem engen Markt, heißt: rasch agieren, zusperren, weil sonst: Privatkonkurs. EPU halt. 27 Wochen Arbeitslosengeld, von früher her. Und dann? Ich habe keine Angst mehr, denn ich weiß jetzt, wohin der Weg führt.
Freitag, 11. November 2011
Semantische Unschärfen bei „dasselbe“ und „das gleiche“
Wir haben es alle in der Schule gelernt: „Dasselbe“ bezeichnet Individualidentität, also den Bezug auf ein einzelnes identifizierbares Ding wie zum Beispiel den silbernen Audi A4, der am 11.11.2011 um 11:11 Uhr MEZ unter der Autonummer W 34567 Z angemeldet war. Wenn wir beide einen Skoda Fabia Baujahr 2007 besitzen, haben wir das gleiche Auto. Das nennt man Gattungsidentität.
So weit, so klar. Wenn wir beide in meinem (also im selben) Auto zur Operngarage fahren, um dort zu parken, haben wir bezüglich des Endpunktes der Fahrt automatisch auch dasselbe Ziel. Wie ist das nun, wenn wir mit dem gleichen Auto (dem Fabia BJ 2007) zur Operngarage fahren um dort zu parken? Hier hängt die korrekte Semantik bereits von der Definitionsgenauigkeit des „Ziels“ ab:
So weit, so klar. Wenn wir beide in meinem (also im selben) Auto zur Operngarage fahren, um dort zu parken, haben wir bezüglich des Endpunktes der Fahrt automatisch auch dasselbe Ziel. Wie ist das nun, wenn wir mit dem gleichen Auto (dem Fabia BJ 2007) zur Operngarage fahren um dort zu parken? Hier hängt die korrekte Semantik bereits von der Definitionsgenauigkeit des „Ziels“ ab:
Montag, 31. Oktober 2011
Halloween: zweierlei Maß beim Wiener Bettelverbot?
Seit Wochen sind die Supermärkte voll von Halloween-Utensilien. Süßigkeiten in verschiedensten Mischungen und Preisklassen stehen bereit, um abends durch kleine Geschenke eventuellen meist harmlosen Streichen durch vagierende Gruppen von Kindern und Teenies vorzubeugen. Oft wird sicherheitshalber auch ein Stapel Münzen bereitgelegt, denn die größeren fragen gerne auch mal nach Geld – und man weiß ja nie.
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